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niedziela, 14 lipca 2013

Bundeskanzler-Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung: „Tür in eine andere professionelle Welt“

Bundeskanzler-Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung: „Tür in eine andere professionelle Welt“

Bis zu 50 Bewerberinnen und Bewerber haben jährlich die Chance auf ein „Bundeskanzler-Stipendium für künftige Führungskräfte“ der Alexander von Humboldt-Stiftung. Wir haben zwei ehemalige Stipendiatinnen dazu befragt, was das Stipendium für ihren Werdegang bedeutet hat.
 
„Für mich war das Bundeskanzler-Stipendium eine Tür in eine andere professionelle Kultur und in ein neues Lebensverständnis“, erklärt Dr. Olga Sveshnikova. Sie war Dozentin am Lehrstuhl für Soziologie an der staatlichen Universität Omsk und bekam 2011 die Zusage, ihr Forschungsprojekt „Archäologische Expeditionen als Element der Kultur“ als Gastwissenschaftlerin an der Forschungsstelle Osteuropa der Universität Bremen durchzuführen. Und dort ist sie geblieben: Denn „die politische und gesellschaftliche Situation in Russland hat sich geändert und ich finde, dass es nicht sicher ist, mit zwei kleinen Kindern jetzt zurückkehren“, erklärt sie gegenüber dem Alumniportal Deutschland.

Bundeskanzler-Stipendiaten als Mittler

 
Das Bundeskanzler-Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung richtet sich an international orientierte Hochschulabsolventinnen und -absolventen mit ersten Führungserfahrungen aus Brasilien, China, Indien, Russland und den USA. Das  Fächerspektrum ist breit,  insbesondere werden Kandidaten aus den Geistes-, Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften zur Bewerbung ermutigt.
 
Ziel des Programms ist es, internationalen Nachwuchsführungskräften aus den genannten Ländern schon zu Beginn ihrer Karriere einen längeren Aufenthalt in Deutschland zu ermöglichen. Denn wenn sie später in bedeutenden Positionen etwa in Wirtschaft, Wissenschaft oder Politik arbeiten, sollen sie als Mittler zwischen ihrem Heimatland und Deutschland wirken.

Bundeskanzler-Stipendiaten suchen Antworten auf aktuelle Fragen der Zeit

 
Ein Ziel des Bundeskanzler-Stipendiums der Alexander von Humboldt-Stiftung ist es, nach neuen Antworten auf die globalen Fragen unserer Zeit zu suchen. Dr. Louise K. Davidson-Schmich lehrt Politikwissenschaft an der University of Miami, Florida. Sie war von 1996 bis 1998 als Bundeskanzler-Stipendiatin an der Humboldt-Universität Berlin. Zwischen 2006 und 2008 kehrte sie mehrfach zu erneuten Forschungsaufenthalten nach Deutschland zurück, diesmal an die Universität Bremen.
 
„Als Politologin interessiere ich mich besonders für die Motive, die dazu führen, dass Menschen Politiker werden. Mein Forschungsthema 1996 bis 1998 beschäftigte sich mit den Unterschieden und Ähnlichkeiten zwischen Ost- und Westberlinern, und zwar mit der Frage, warum sie nach dem Fall der Mauer in der Lokalpolitik aktiv geworden sind.“ Später forschte Dr. Davidson-Schmich zu weiblichen Kandidatinnen in der Politik, um das  Wechselspiel zwischen den Anforderungen an eine politische Karriere, der gesellschaftlichen Geschlechterrolle und Parteiquoten zu untersuchen. Daraus entstand der viel beachtete Artikel: „Ahead of her Time: Eva Kolinsky and the Limits of German Gender Quotas“ in German Politics (September 2007).

Das Bundeskanzler-Stipendium stärkt die interkulturelle Kompetenz

 
Die Projektvorhaben im Rahmen des Bundskanzler-Stipendiums sollten nicht nur gesellschaftlich relevant sein, sondern auch eine nachhaltige, öffentlich sichtbare Wirkung entfalten. Zudem sollen sie der weiteren Karriere der Stipendiaten dienen. In Deutschland geht es darum, Fachwissen zu vertiefen, neue internationale Erfahrungen zu sammeln und dabei die interkulturellen Kompetenzen zu stärken. „Das Programm“, so erläutert Dr. Sveshnikova, „bedeutet nicht nur ein Projekt durchzuführen, sondern ist ein Fenster in die Welt anderer professioneller Kulturen. Die Begegnungen mit amerikanischen und chinesischen Stipendiaten sind eine gute Gelegenheit zum Kulturaustausch.“

Alumni pflegen Kontakte im Humboldt-Netzwerk

 
Mit Hilfe des Stipendienprogramms sollen sich die Bundeskanzler-Stipendiaten während des zwölfmonatigen Aufenthaltes in Deutschland mit anderen von der Humboldt-Stiftung geförderten internationalen Nachwuchsführungskräften vernetzen.
 
Olga Sveshnikova bestätigt das: „Ja! Und das ist ein wichtiger Teil meines Lebens heute. Mit den Stipendiatinnen und Stipendiaten 2010/2011 treffen wir uns zwar nicht regelmäßig, weil wir in verschiedenen Ländern oder sogar Kontinenten wohnen, aber wir bleiben in Kontakt. Letzte Woche zum Beispiel habe ich mit einer anderen  Stipendiatin meines Jahrgangs über das Internet an einem Seminar in New York teilgenommen.“ Olga Sveshnikova findet es auch wichtig, neue Stipendiaten zu unterstützen: „Als ich in Bremen angekommen bin, haben mir die Bundeskanzler-Alumni aus den früheren Jahrgängen viel geholfen. Ich glaube, dass diese Unterstützung wie ein Staffellauf  ist, und ich bin jetzt dran, den Stab weiterzugeben.“ Aktuell berät sie zwei Kollegen aus Russland bei ihrer Bewerbung für ein Bundeskanzler-Stipendium.
 
Auch Dr. Davidson-Schmich hält den Kontakt zu anderen ehemaligen Stipendiaten. „Ich habe unter anderem an mehreren Alumni-Jahrestreffen in Washington, Sacramento, Berkeley, und Columbus teilgenommen.“

Bedeutung des Bundeskanzler-Stipendiums für die weitere Karriere

 
Für beide Stipendiatinnen war das Bundeskanzler-Stipendium von unschätzbarer Bedeutung für ihre akademische Karriere. „Dank des Stipendiums konnte ich meine Dissertation beenden“, sagt Dr. Davidson-Schmich. „Dank der Follow-Up-Finanzierung habe ich erreicht, dass über die Dissertation hinaus meine Anstellung verlängert wurde. Ein Workshop an meiner Universität führte zu einer weiteren Publikation, und diese wiederum wird dazu beitragen, dass ich zur ordentlichen Professorin befördert werde. Außerdem konnte ich dank der Unterstützung Beruf und Familie in Einklang bringen und meinen Mann und meine Kinder mehrfach mit nach Deutschland bringen.“
 
Auch für Dr. Olga Sveshnikova ist das Bundeskanzler-Stipendium ein entscheidender Karriereschritt: „Ich denke, dass ich die Ergebnisse des  Stipendiums  in Deutschland mein ganzes Leben lang spüren werde. Der Wert des Stipendiums ist unschätzbar.“