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wtorek, 5 marca 2013

Green IT : Nachhaltige Kommunikations- und Informationstechnik

Green IT: Nachhaltige Kommunikations- und Informationstechnik

Die Informationstechnik wird nachhaltig: Green IT ist das Schlagwort, auf das Computerhersteller setzen, um die Kommunikation grüner zu machen.
 
Computer, Laptops, mobile Geräte – die Informationstechnik (IT) ist ein boomender Wirtschaftszweig, aber auch ein energieintensiver. Auf ihn entfallen zwei Prozent des menschengemachten CO2-Ausstoßes weltweit, wie eine Studie der englischen Klimaschutz-Organisation „Global Action Plan“ zeigt. Diese Zahl kann reduziert werden, wenn das grüne Segment, die sogenannte „Green IT“, weiter wächst. Nachhaltigkeit ist schon jetzt ein großer Trend in der Branche.
 
Dabei geht es um verschiedene Fragen: etwa, ob ein Gerät umweltfreundlich hergestellt wird, stromsparend läuft, sich gut recyceln lässt oder einen langen Lebenszyklus hat. Es geht also um gute Materialien, niedrigen Energieverbrauch – und bares Geld, das jeder Verbraucher durch effizientere und langlebigere Produkte sparen kann.

Ein Ranking der Nachhaltigkeit für den IT-Sektor

 
Noch gibt es kein internationales oder europäisches Label für Green-IT-Produkte. Einzelne Firmen wie etwa Sony Ericsson („Green Heart“) haben Kennzeichnungen entwickelt, deren Qualität sich aber schwer überprüfen lässt. Orientierung gibt ein Ranking von Greenpeace: Der „Guide to Greener Electronics“ bewertet 15 große IT-Firmen nach der Umweltfreundlichkeit ihrer Angebote. Ganz vorne liegt derzeit der US-Hersteller Hewlett Packard, auf dem letzten Platz steht der Blackberry-Hersteller RIM. Apple liegt auf Rang 4, mit guten Noten für Recycling und schlechten für den Energieverbrauch.
 
Welche Entwicklungen zeichnen sich bei den Geräten konkret ab? Der erste Blick geht in den Keller, wo Server stehen, die oft alt sind und viel Energie ineffizient verbrauchen – indirekt auch durch die Klimaanlagen, mit denen die Serverräume gekühlt werden müssen. Der Trend geht deshalb dahin, weniger Server aufzubauen, die aber mehr Leistung haben. In der Fachsprache ist von „Virtualisierung“ die Rede. Gerade größere Rechenzentren in Firmen und Forschungsinstituten können so viel Energie einsparen.

Green IT: Energiesparen mit „Cloud Computing“

 
Energiesparend ist auch das „Cloud Computing“, also das Prinzip, Programme und Funktionen des eigenen Computers in das Internet auszulagern und dabei auch Speicherkapazitäten mit anderen zu teilen. Auf solch einer Grundlage reichen kleinere, teils rein mobile Geräte, um mit großen Datenmengen umzugehen.


Es geht bei vielen klugen Ideen rund um Green IT und Nachhaltigkeit um das gemeinsame Nutzen rein virtueller Räume. Man könnte auch sagen: um digitales Teilen. Das machen Fachmessen wie etwa die weltweit größte Computerschau „Cebit“ in Hannover deutlich. Da werden neue Ideen und Programme für Videokonferenzen vorgestellt, die unnötige Flüge verhindern und Business-Treffen klimafreundlich an den eigenen Schreibtisch verlegen sollen. Dort kann man noch mehr machen: Wenn am Arbeitsplatz oder im heimischen Büro kein großer Rechner, sondern ein Laptop steht, spart das auch Energie ein. Denn in Laptops sind die Bestandteile energieoptimiert – vor allem, damit der Akku länger hält.


Wenn noch moderne LCD-Bildschirme hinzukommen, wird die Bilanz noch besser. Besonders viel Energie verbrauchen dagegen herkömmliche Röhrenbildschirme. Ein Klassiker der Green-IT-Tipps ist der Verzicht auf denStrom fressenden Stand-by-Betrieb. Es gibt mittlerweile die unterschiedlichsten Steckdosen mit Ein- und Aus-Schalter, die man beim dauerhaften Betrieb von elektrischen Geräten nutzen sollte.

Umweltfreundliche Materialien beachten

 
Ein weiter Aspekt von Green IT sind die Materialien der Elektronikgeräte, für deren Herstellung eine Reihe giftiger Metalle verwendet werden. Zudem wird bei der Produktion sehr viel Wasser verbraucht. Die Bestände mancher Elemente, wie etwa der Seltenen Erden, einer Gruppe von Metallen, schwinden weltweit. Deshalb wird das Recycling der Materialien immer wichtiger. Diese Themen verfolgt die Klimaschutzorganisation Germanwatch mit der Informationskampagne „makeITfair“. Auf der Webseite sind die verschiedensten Publikationen zu den Themen Green IT, Recycling und nachhaltige Elektronik zu finden.
 
„Life Cycle Thinking“ und „Life Cycle Engineering“ sind auch Themen in der IT-Forschung, so etwa am Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration in Berlin (IZM). Seine Forscher haben einen besonders umweltfreundlichen Computer mit entwickelt, der das „Ecolabel“ der Europäischen Union (EU) bekommen hat. Der „Iameco“ der irischen Firma „MicroPro“ ist ein Touchscreen-PC mit Holzgehäuse und niedrigem Energieverbrauch. Der Rechner benötigt 70 Prozent weniger Energie als bei herkömmlichen Rechnern, sagen die Hersteller - auch, weil das gesamte Produktkonzept auf Recycling setzt: 98 Prozent des Computers sollen wiederverwertet werden können, da viele Standardkomponenten eingebaut sind, die auch die Reparatur einfacher machen. Dazu kommen umweltfreundliche LEDs für den Bildschirm  und ein besonders energieeffizienter Kühler.  
 
Solche und ähnliche Green-IT-Produkte sind mittlerweile auf einer Reihe von Messen zu bestaunen. Neben der Cebit gibt es die Fachmesse „Electronic Goes Green“. Sie findet alle vier Jahre in Berlin statt und hat sich zur weltweit größten Fachtagung für Nachhaltigkeit in der Elektronik entwickelt.