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sobota, 5 stycznia 2013

Online Deutsch lernen -Erinnerungsorte: die Berliner Mauer



Ereignisse und Phänomene des kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Lebens in Deutschland – in 49 Videos von zirka 15 Minuten Länge. Die Beiträge stammen aus den Jahren 2003 bis 2007 und werden durch einen Hintergrundartikel begleitet, alle Videos liegen auch als Textfassung vor. Filme und Begleitmaterial können Sie auf Deutsch abrufen.

Erinnerungsorte: die Berliner Mauer

Sprachniveau: B1/B2
Berlin-Mitte: Mauergedenkstätte Bernauer Straße. Auf dem Areal der Gedenkstätte befindet sich das letzte Stück der Berliner Mauer. Überwucherte Mauersegmente mit Graffiti im erweiterten Bereich der Open-Air-Ausstellung   | © picture alliance / Eventpress Mueller-Stauffenberg
In Berlin erinnern viele Orte an die Berliner Mauer. Der 18-jährige Julius findet einen besonders eindrucksvoll. Julius | © PASCH-net, Foto: Elisabeth SchwiontekDie Berliner Mauer hat die Stadt von 1961 bis 1989 in zwei Teile getrennt. Ich bin 1994 geboren, also fünf Jahre nach dem Fall der Mauer. Die Teilung der Stadt ist für mich eine abgeschlossene geschichtliche Epoche, weit weg. Ich habe es einfach nicht miterlebt, deshalb ist die Erinnerung daran für mich nicht lebendig und nah.
Mit meiner Klasse habe ich die Berliner Mauergedenkstätte besucht. Dort gibt es einen Erinnerungsort, den ich eindrucksvoll finde: das Fenster des Gedenkens für die Menschen, die an der Mauer getötet wurden. Man sieht die Porträts der Toten, ihre Gesichter. Man hat ein Bild vor sich und weiß sofort, das war ein wirklicher Mensch, der gestorben ist, weil es diese Mauer gab. Das bringt einem diese Teilungsgeschichte näher.
„Fenster des Gedenkens“ | © Stiftung Berliner Mauer
Besonders haben wir uns mit Peter Fechter beschäftigt. Er war so alt wie ich heute, als er 1962 versuchte, über die Mauer nach West-Berlin zu flüchten. Die Grenzposten haben auf ihn geschossen, direkt vor der Mauer blieb Peter Fechter schwer verletzt am Boden liegen. Weder die Grenzposten im Osten noch die Menschen auf der Westseite haben etwas unternommen. Sie haben geschrien, gefilmt – aber ihm nicht geholfen. Er ist verblutet und wurde irgendwann weggetragen.
Die Mauer hat die Freiheit der Menschen massiv eingeschränkt. Gut, dass es sie nicht mehr gibt. Aber aus Geschichte soll man ja lernen. Da verstehe ich nicht, warum man gegen die Einschränkungen von Freiheit, die es in vielen Ländern immer noch gibt, so wenig unternimmt.