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niedziela, 12 maja 2013

Existenzgründer: mehr Risikobereitschaft in Deutschland

Existenzgründer: mehr Risikobereitschaft in Deutschland

In Deutschland wächst eine neue Generation von Existenzgründern heran. Sie glauben an ihre Ideen und bringen Risikobereitschaft mit – die besten Voraussetzungen für erfolgreiche Start-up-Unternehmen. Für eine Existenzgründung in Äthiopien beispielsweise braucht es weit mehr Mut und Durchhaltevermögen.
 
Die Mentalität junger Existenzgründer hat sich gewandelt, sagt Christian Veith, Chairman für Zentral- und Osteuropa, den Nahen Osten und Afrika (CEMA) und ehemaliger Deutschland-Chef der Boston Consulting Group (BCG). Er stellt fest: Neue Geschäftsleute werden dringend gebraucht – längst nicht nur in der New Economy.
 
„Wir beobachten schon seit einiger Zeit, dass in Deutschland eine neue Generation von Existenzgründern heranwächst. Viele junge Leute glauben an ihre Ideen und setzen diese beharrlich um. Sie bringen Risikobereitschaft, Zuversicht und Ausdauer mit – alles wichtige Unternehmereigenschaften.“

Existenzgründer in Äthiopien haben es schwerer als deutsche

 
Geduldig zu sein ist eine Charaktereigenschaft, die auch Fitsum Jabamo, Existenzgründer in Äthiopien, mitbringen muss. „Es ist sehr schwer, in Äthiopien ein Unternehmen zu gründen“, erzählt der Entwicklungshilfeberater. Seine Firma hat sich auf politische Übersetzungen aus dem Amharischen, der offiziellen Amtssprache Äthiopiens, spezialisiert. Außerdem ist das Risiko extrem hoch: „Wenn das Unternehmen scheitert, wird die Lizenz nicht erneuert. Man verliert sein Netzwerk und bekommt von der Bank im Falle eines Konkurses keine Unterstützung“.
 
In Deutschland bedeutet der Schritt in die berufliche Selbstständigkeit für Existenzgründer vor allem Unabhängigkeit: die Freiheit, eigene Ideen  selbst  in die Tat umzusetzen. Christian Veith hat beobachtet, dass die Mentalität der deutschen Existenzgründer sich geändert hat: „Wenn etwas nicht im ersten Anlauf gelingt, dann ist das heute kein Makel mehr für den Rest des Lebens. Viele junge Existenzgründer denken heute nüchterner als früher. Sie fragen sich: Was habe ich zu verlieren? Und kalkulieren die Antwort dann sachlich durch.“
 
Im Vergleich mit vielen anderen Ländern haben es Existenzgründer im Sozialstaat Deutschland leichter. Sie können sogar eine Versicherung abschließen, die sie im Falle eines Scheiterns davor bewahrt, ohne Einnahmen dazustehen. Ein Privileg, von dem junge Unternehmer in armen Ländern wie Äthiopien nur träumen können.

Existenzgründer brauchen Risikobereitschaft und eine gute Idee – überall auf der Welt

 
Für Existenzgründer weltweit gilt: Sie stehen für Fortschritt, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Zu ihren typischen Eigenschaften gehören zudem Durchsetzungs- und Durchhaltevermögen sowie Führungsqualitäten. Existenzgründer müssen gewillt sein, private Zeit und privates Geld in ihr Geschäft zu investieren. Jeder, der mit dem Gedanken der Selbstständigkeit spielt, sollte sich also ehrlich fragen: Reichen meine körperlichen und mentalen Kräfte für eine Existenzgründung?
 
Um ein Start-up-Unternehmen zu gründen, ist eine erfolgversprechende Geschäftsidee nach wie vor entscheidend. Günter Faltin, Professor für Entrepreneurship in Berlin, vertritt die These, dass ein gut durchdachtes Konzept sogar wichtiger ist als das Kapital. Und dass jeder eine Firma gründen kann. Wer von seiner Geschäftsidee überzeugt ist, der sollte die Umsetzung in einem Start-up zumindest in Betracht ziehen.