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wtorek, 10 września 2013

Forschermobilität in der globalisierten Welt: Wissenschaft ohne Grenzen?

Forschermobilität in der globalisierten Welt: Wissenschaft ohne Grenzen?

Ob per Telefon, E-Mail oder Live-Chat – unsere vernetzte Welt erlaubt den direkten Austausch jederzeit und von jedem Ort. Bei allen Vorteilen des elektronischen Datenverkehrs entstehen die meisten Projekte jedoch nach wie vor durch persönliche Treffen. Forschermobilität, also ein Forschungsaufenthalt im  Ausland und die Zusammenarbeit mit Fachkollegen an der Gastuniversität sind oft der erste Schritt für den Aufbau und die Stärkung von langfristigen wissenschaftlichen Kooperationen.
 
Für die Forschungseinrichtung  liegen die Vorteile von ausländischen Gastwissenschaftlern auf der Hand: Die mobilen Forscher bringen mit neuen Arbeitsmethoden und ihrem kulturellen Hintergrund frischen Wind ins Team. Doch sie selbst reichern auch ihren eigenen Wissensschatz um viele neue berufliche und persönliche Erfahrungen an. Diese Vielfalt fördert die Kreativität und Innovationskraft im Team – und das wird für einen Forschungsstandort in unserer globalisierten Welt immer wichtiger. Die internationale Forschermobilität zu fördern ist daher ein Anliegen vieler wissenschaftlicher Einrichtungen und staatlicher Förderprogramme. Damit  der Forschungsaufenthalt sowohl für die Institute im Gastland und am Heimatstandort als auch für den mobilen Wissenschaftler selbst ein Erfolg wird, sind jedoch einige Dinge zu beachten.

Forschermobilität mit kulturellen Stolpersteinen

 
„Has my research experience abroad met my expectations? Professionally, yes. Personally, my family and I have had a much more difficult time integrating than we expected“, sagt Dr. Matthew Jorgensen  aus Utah/USA. Seit einem Jahr lebt er mit seiner Frau und zwei Kindern in Dresden und arbeitet als Teamleiter Rolled up Photonics am Institut für Integrative Nanowissenschaft des IFW Dresden. „The main problems we face are with cultural differences and with the language.“ Auch wenn sich der Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung mit seinen Kollegen auf Englisch austauschen kann, so erleben er und seine Familie sprachliche sowie kulturelle Hürden etwa im Umgang mit der Verwaltung und der Bevölkerung. Dr. Jorgensen findet es daher wichtig, vor einem Forschungsaufenthalt im Ausland zu klären, welche Sprachkenntnisse mitgebracht werden sollten – auch außerhalb der direkten Arbeitsumgebung.

Forschungsaufenthalt im Ausland: Mobil sein mit Familie

 
Selbst wenn mobile Forscher sich mit der Sprache und den Gebräuchen im Gastland vertraut gemacht haben, stellt sich die Frage: Wie wird die Familie während des gemeinsamen Forschungsaufenthalts leben? Wo findet sich der geeignete Wohnraum? Gibt es Arbeitsmöglichkeiten für den Partner? In welche Schule gehen die Kinder? Gerade für junge Gastwissenschaftler ist die Unterstützung in diesen Fragen wichtig, hängen ihre Karrierechancen doch auch davon ab, ob sie ihre persönlichen Lebensmodelle verwirklichen können. Die Europäische Union hat auf diese Fragen der Forschermobilität reagiert und mit EURAXESS ein europaweites Netzwerk von Mobilitätszentren eingerichtet, um mobile Forscher und ihre Familien umfassend zu informieren und bei Fragen rund um ihr Berufs- und Privatleben im Gastland zu unterstützen.

Gastwissenschaftler: Rückkehr mit Netzwerk und doppeltem Boden

 
Kehren Gastwissenschaftler nach ihrem Forschungsaufenthalt in ihre Heimatländer zurück, warten dort oft neue Herausforderungen auf  sie. Auch wenn Forscher mit ihren im Ausland erworbenen Erfahrungen  für viele Universitäten attraktiv sind, bietet der Arbeitsmarkt zuhause nicht zwangsläufig die geeigneten Stellen. Hier ist mehr Sicherheit gefragt: Ein kontinuierlicher Austausch mit der Wissenschaftsgemeinschaft im Heimatland, soziale Absicherung und eine transparente Arbeitsmarktpolitik erleichterten die Rückkehr für mobile Forscher.
 
Denise Margaret Matias aus den Philippinen, ehemalige Klimaschutzstipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung,  berichtet auch von ihren privaten Erfahrungen nach ihrem Forschungsaufenthalt in Deutschland: „It was difficult to reconnect with friends because they have moved on and lived their lives without me. It was also difficult to leave behind the friendships and connections I have forged during my research stay.“

Austauschplattform für mobile Forscher?

 
So wie Denise und Matthew erfahren viele Gastwissenschaftler erst vor Ort oder nach ihrer Rückkehr, welche Überraschungen die Forschermobilität mit sich bringt. Matthew plädiert dafür, eine Online-Austauschplattform für Gastwissenschaftler einzurichten. Eine ähnliche Idee hat auch Ya-Hong Xie, Professor an der University of California, Los Angeles (UCLA), der einen anderthalbmonatigen Forschungsaufenthalt in Berlin im August 2013 plante: „Not speaking German, I found it very difficult to find an apartment for rent, even though I have signed up with the company ‚coming home‘. The suggestion I could provide is that an online network designed to help foreign researchers with their daily lives would be a great thing to have.“
 
Auch wenn auf die mobilen Forscher im Gastland sprachliche Hürden und viele neue Eindrücke zukommen, so ist ein Forschungsaufenthalt für die meisten ein positiver Zugewinn an beruflicher und persönlicher Erfahrung. Deshalb freut sich Denise auf ihren zweiten Aufenthalt in Deutschland: „I am not worried too much about my return to Bonn because I already have a rough idea of what it can or cannot offer, especially in terms of basic needs. Hopefully Bonners are still as friendly as before and I'm looking forward to another interesting and fulfilling professional stay in the former capital city of Germany.“

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