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niedziela, 24 listopada 2013

Ich spreche, also ich bin

Kick-off und Verlängerung: Türkisch-Deutsche Wissenschaftskooperationen werden intensiviert

Ein ICT-Forschungszentrum in Istanbul und Berlin, eine Türkisch-Deutsche Universität und zahlreiche Forschungsprojekte, die den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Türkei und in Deutschland fördern: In diesem Jahr werden türkisch-deutsche Wissenschaftskooperationen gestärkt und versprechen spannende Initiativen für den Forschergeist.
 
Deutschland gegen Türkei! Mit großer Spannung wurde das „ran Jahrhundertspiel“ am 17. November 2013 erwartet, bei dem Fußballlegenden aus Deutschland und der Türkei in der Schalke-Arena in Gelsenkirchen zusammentrafen. Für das Benefizspiel zugunsten der Stiftung „Ein Herz für Kinder“ traten etwa die Fußballer Stefan Effenberg, Jens Lehmann und Mario Basler unter anderem gegen Yildiray Bastürk, Alpay Özalan und Ümit Korkmaz an. Auch wenn Deutschland 2:7 verloren hat – in Sachen Wissenschaft und Forschung punkten die beiden Länder bereits seit vielen Jahren gemeinsam. Seit 1951 bestehen Wissenschaftskooperationen zwischen der Türkei und Deutschland, die zahlreiche bilaterale Forschungsprojekte sowie den Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern – vor allem des wissenschaftlichen Nachwuchses – auszeichnen.

Anwendungsnah und innovativ: Deutsch-Türkische Wissenschaftskooperationen

 
Das 2011 gegründete Forschungszentrum „German-Turkish Advanced Research Centre for Information and Communication Technologies“ (GT-ARC) in Berlin und Istanbul ist ein Beispiel für die wissenschaftliche Partnerschaft in der anwendungsnahen Forschung im Bereich der ICT. Weitere bedeutende Meilensteine der Wissenschaftskooperation kommen in diesem Jahr hinzu: So nimmt die Türkisch-Deutsche Universität in Istanbul im Wintersemester 2013/14 die ersten Studierenden auf und wird künftig als Zentrum internationaler Begegnung und interkultureller Kompetenz in Forschung und Lehre wirken.
 
Des Weiteren haben die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, und der türkische Minister für Wissenschaft, Industrie und Technologie, Nihat Ergün, für 2014 ein Deutsch-Türkisches Jahr der Forschung, Bildung und Innovation ausgerufen. Während zahlreicher Veranstaltungen, die im Jahr 2014 in Deutschland und in der Türkei stattfinden werden, stellen Wissenschafts- und Bildungsorganisationen aus beiden Ländern ihre Projekte einem größeren Publikum vor. Insbesondere der wissenschaftliche Nachwuchs soll für die Zusammenarbeit in Forschung und Wissenschaft, zum Beispiel durch einen Ideenwettbewerb, begeistert werden.

Freistoß für den wissenschaftlichen Nachwuchs

 
Während der türkische Haushalt für Forschung und Entwicklung in diesem Jahr um drei Prozent aufgestockt und somit in hohem Maße die Informations- und Technologieförderung gestärkt wird, investiert auch die deutsche Seite in die gemeinsame wissenschaftliche Zukunft. So fördern die Alexander von Humboldt-Stiftung und die Joachim Herz Stiftung im Rahmen ihrer gemeinsamen „Länderinitiative Türkei“ den türkisch-deutschen Wissenschaftsaustausch. Bis 2016 finanziert die in Hamburg ansässige Herz-Stiftung bis zu acht Humboldt-Forschungsstipendien in den Naturwissenschaften und unterstützt Veranstaltungen in der Türkei, die für Türkisch-Deutsche Wissenschaftskooperationen werben und den fachlichen Austausch in den Naturwissenschaften fördern.

Ein Eigentor: zu wenig Förderung für den wissenschaftlichen Nachwuchs!

 
Wie wichtig eine solche Unterstützung insbesondere für junge türkische Wissenschaftler und Masterstudierende ist, weiß Dr. Burcu Cakirli, Außerordentliche Professorin an der Universität Istanbul und Leiterin der Max-Planck-Partnergruppe für Kernphysik, aus eigener Erfahrung. „In Turkey (...) we cannot find any support for our MSc students who have no job at the university to finance their travels. We can use our budget for PhD student travels, but usually not for the MSc.“ Aus diesem Grund ist es Cakirli zufolge wichtig, dass sich Stipendienprogramme insbesondere auch an Studierende wenden und ihnen einen längeren Forschungsaufenthalt in einer Forschungseinrichtung beispielsweise in Deutschland ermöglichen.
 
Ihre eigene wissenschaftliche Karriere führte die Kernphysikerin aus Istanbul unter anderem an die Yale Universität und an das CERN in der Schweiz. Nach ihrer Promotion 2009 forschte sie als PostDoc am Max-Planck-Insitut für Kernphysik in Heidelberg, davon zwei Jahre als Humboldt-Stipendiatin. „What I first realized was that I had to work very hard. Second, in my field, it was obviously necessary to travel.“ Reisen und Arbeitserfahrungen an anderen Forschungseinrichtungen sind für Dr. Cakirli ganz wichtige Karriereschritte. Wenn sie heute von ihren positiven Erfahrungen berichtet, motiviert dies junge Studierende in ihrem Umfeld an der Universität Istanbul. „In general, even if we can use some budget for our PhD students, it will not be enough for their long-term stays abroad. I would then put MSc and PhD students in the same category. Some special budgets for both MSc students and Ph.D. candidates in Turkey might be great.“
 
Die aktuellen türkisch-deutschen Wissenschaftskooperationen und Initiativen werden wünschenswerterweise diese Lücke füllen. Motivierend sind sie in jedem Fall. Und wie auch immer das Freundschaftsspiel Deutschland – Türkei ausgeht, der wissenschaftliche Austausch geht in eine spannende Verlängerung!
 
Autorin: Sabine Müller
http://niemieckionline.bazarek.pl/category/414350/kursy.html
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